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Medizin-Apps – der Doktor hilft per ­Smartphone

Smartphones nehmen mittlerweile einen zentralen Platz in unserem Leben ein. Zahlreiche Apps vereinfachen auf der einen Seite den digitalisierten Alltag, auf der anderen Seite aber muss gut beobachtet werden, wo diese Entwicklung hinführt.

In der Betreuung chronisch kranker Patienten nehmen Apps einen großen Platz ein– Ärzte können per Smartphone den Zustand ihrer chronisch kranken Patienten einsehen, wie Medikamente wirken, welche Probleme auftauchen. So muss der chronisch Kranke sich nicht jedesmal erneut in die Praxis begeben, er kann seine Werte per Smartphone eingeben und so dem Arzt zur Verfügung stellen. Natürlich gilt es aber auch hier, sehr genau hinzusehen, da es zum Beispiel ernsthafte Folgen haben kann, sich die Dosierung von Medikamenten von einer App berechnen zu lassen. Forscher fanden heraus, dass die Mehrheit der Apps zur Berechnung der Insulindosis die Menge nicht genau berechnet – dies kann schwerwiegende Folgen haben.
Natürlich ist auch bei Verletzungen und Notfällen der Besuch beim Arzt unumgänglich.

Um einen genauen Überblick zu haben, welche Apps vertrauenswürdig sind,ist es wichtig, dass Gesundheits-Apps, die Daten erfassen, diese mit Algorithmen verarbeiten und als Output einen Messwert oder eine Handlungsempfehlung oder gar Diagnose ausgeben, als Medizinprodukte gelten, wenn der Anbieter sie zur Verhinderung, Erkennung oder die Therapie von Krankheiten vermarktet. Sie werden mit einer sogenannten »primären medizinischen Zweckbestimmung« in Verkehr gebracht und durchlaufen je nach Risikoklasse ein mehr oder weniger aufwändiges EU-Konformitätsverfahren (Anhang IX der Richtlinie 93/42/EWG) und sind CE-kennzeichnungspflichtig.

Ab 2020 werden mehr Apps als Medizinprodukte gelten. Mit Inkrafttreten der EU-Medizinprodukte-Verordnung weitet sich nicht nur die Definition aus, auch die Risikoklasse steigt. Entwickler von Medizin-Apps müssen sich dann auf höhere Anforderungen einstellen.

Darüber hinaus spielt das Datenschutzrecht eine sehr wichtig Rolle. Mit der seit Mai gültigen DSGVO werden hohe Anforderungen gestellt. Die Übermittlung von personenbezogenen Daten an Dritte muss eine Einwilligung vorliegen.

Die Zukunft wird zeigen wird, welche Medizin-Apps wirklich seriös sind und sowohl für den Patienten als auch für den Arzt einen positiven Nutzen haben.Das werden nur diejenigen Apps sein, die die neu gestellten Anforderungen erfüllen.